Fotocent.de im Interview

Heute im Interview auf Fotos-verkaufen.de – Olaf von Lieres, Fotograf und Inhaber der „kleinen“ Bildagentur Fotocent.de. Vor einigen Wochen hat er mir per E-Mail eine sehr interessante Funktion für Fotografen vorgestellt….. aber lesen Sie einfach selbst!

Wie ist Fotocent entstanden?

Ich bin ein freiberuflicher Fotograf, der nebenberuflich für Event-Agenturen und Lokalzeitungen fotografiert hat. Irgendwann habe ich mich dann auch mit dem Thema Stockfotografie beschäftigt, habe aber die Erfahrung gemacht, dass viele Bilder von den Agenturen abgelehnt wurden, weil sie für Kunden nicht interessant wären. Als ich mir dann in einigen Bereichen die am häufigsten verkauften Fotos angeschaut habe, konnte ich die Vorauswahl durch die Agenturen nicht ganz nachvollziehen. Also habe ich mir eine eigene Seite machen lassen, auf der ich dann nur meine Fotos verkauft habe. Dann habe ich aufgrund der Motivanfragen durch Kunden aber gemerkt, dass man nicht alle Bereiche allein abdecken kann. So fasste ich den Entschluss, Fotocent auch für andere Fotografen zugänglich zu machen.

Das Angebot von Fotocent ist nicht gerade typisch für eine Bildagentur. Nach welchen Kriterien werden Fotos in das Angebot übernommen?

Mich wundert zum Beispiel, dass von einigen Agenturen mit Filtern bearbeitete Fotos oder schwarz- weiß Fotos von vorn herein abgelehnt werden. Ich finde, dass manche Fotos durch die Bearbeitung in ihrer Aussage verstärkt werden und zudem besondere Eyecatcher sind, die sich eher in den Köpfen der Leute festsetzen als die normale und inzwischen alltägliche Beautyfotografie. Natürlich sind die üblichen Stockfotos bei Fotocent auch immer willkommen, aber genau so werden auch „ungewöhnliche“ Fotos in das Angebot übernommen. Wichtig ist bei einem Foto, dass es eine Botschaft vermittelt. Manchmal werden diese Botschaften erst in Verbindung mit den Schlagwörtern sichtbar, weshalb bei Fotocent übrigens auch kein System zur Verschlagwortung verwendet wird. Jedes System ist immer nur so gut, wie es von den Nutzern verwendet wird. So werden bei Fotocent alle vom Fotografen eingegebenen Schlagwörter überprüft und gegebenfalls geändert. Dies erhöht auch für Kunden die Treffsicherheit der gesuchten Motive. Voraussetzung für die Veröffentlichung eines Fotos ist jedoch, dass die technische Qualität einwandfrei ist. Die Schärfe kann vom Kunden auch vor dem Kauf mit der Lupenfunktion überprüft werden.

So hoffe ich, dass sich mit Fotocent ein Angebot entwickelt, dass in alle Richtungen interessant ist. Und ich denke, man sollte doch den Kunden entscheiden lassen, welches Foto für ihn Verwendung finden könnte.

Bei Fotocent wird den Fotografen viel eigener Raum zur Verfügung gestellt. Hat das keinen negativen Einfluss auf Fotocent?

Nein, auf keinen Fall. Ich denke, am Ende sitzen wir doch alle im gleichen Boot und jeder versucht über Wasser zu bleiben. Aus diesem Grund bekommt auch jeder Fotograf seine eigene Internetseite mit einer eigenen Adresse, auf der es zum Beispiel auch ein Kontaktformular gibt, wo der Kunde direkt mit dem Fotografen Kontakt aufnehmen kann. Vielleicht entstehen ja so für einige Fotografen auch neue Geschäftsbeziehungen. Außerdem hat so jeder Fotograf seinen eigenen Bereich, auf dem er im Internet nur für seine Fotos werben kann. Dazu wird ab dem ersten Foto an jeden Fotografen eine feste Beteiligung von 60% gezahlt. Dies finde ich fair und angemessen. Vielleicht kann man Fotocent auch als eine große Gemeinschaft sehen, die Ihre Fotos über Fotocent anbietet.

Wie sehen die eigenen Webseiten für Fotografen aus? Können diese frei gestaltet werden?

Nein, das Layout der Seite ist vorgegeben. Die Seite wird automatisch vom System generiert und somit wird das Layout der Fotocent Hauptseite übernommen. Der Fotograf muss vorher in seinem Profil die Texte für die Titelseite schreiben und eigene Fotos für die Slideshow der eigenen Titelseite wählen. Die Eingaben funktionieren übrigens nach einem Ampelsystem, genauso wie die Eingaben bei der Bearbeitung der Fotos. In der Hauptseite des eigenen Profils stehen verschiedene Punkte, die man abarbeiten muss. Bei fehlenden oder falschen Eingaben ist das Feld vor den Eingabepunkten rot, sind alle Eingaben korrekt gemacht worden, wechselt dort die Farbe auf grün. Erst wenn alle Punkte auf grün stehen, erscheint der Button „Webseite veröffentlichen“. Die Eingaben werden dann noch einmal von Fotocent überprüft und die Webseite wird für den Fotografen freigeschaltet. Der Fotograf kann dabei übrigens auch einen eigenen Namen für die Domain wählen, allerdings mit der Endung „Fotocent.de“. Um die Gestaltung besser erklären zu können, hier zwei Beispiele: http://vonlieres.fotocent.de/

http://laura-s.fotocent.de/

Oben links kann ein eigenes Firmenlogo eingefügt werden, die farblichen Elemente können in einer eigenen Farbe gestaltet werden. Es erscheinen auf der Seite nur eigene Fotos, somit auch nur die Kategorien, die man für seine Fotos gewählt hat. Liegt der Schwerpunkt der Fotos zum Beispiel überwiegend bei Menschen, so kann man sich hierzu zusätzlich spezielle Themenbereiche anlegen. Die Themenbereiche können frei benannt werden, zum Beispiel: Frauen, Männer, Kinder, Portrait…..

Alle anderen Daten, wie zum Beispiel Kontakt- oder Profileingaben, werden aus der Fotocentseite übernommen. Wenn man dann die nächsten Fotos bei Fotocent hochlädt, werden diese automatisch in der eigenen Webseite angezeigt und, falls erforderlich, auch automatisch neue Kategorien hinzugefügt.

Wir haben darauf geachtet, dass der Nutzer keinerlei besondere Kenntnisse benötigt, um seine Webseite zu erstellen. Bisher hatte auch niemand Probleme, sein eigenes Fotocent-Reich einzurichten. Übrigens werden alle veröffentlichten Seiten auch in das Fotografenverzeichnis bei Fotocent übernommen.

Übrigens gibt es noch ein paar Ideen für die Fotografen-Seiten, aber es soll ja noch ein bisschen spannend bleiben!

Warum bietet Fotocent keinen FTP-Upload zum Hochladen der Fotos an?

Fotocent soll für jeden Nutzer möglichst einfach zu handhaben sein und vor allem möglichst sicher sein. Außerdem stellt Fotocent dem Nutzer 2 Möglichkeiten zum Hochladen der Fotos zur Verfügung, die meines Erachtens ausreichend sind. Bei der einen Möglichkeit kann man 10 Fotos gleichzeitig hochladen, als Alternative dazu gibt es die Möglichkeit, in einem erweiterten Uploadsystem bis zu 800 MB Datenvolumen hochzuladen.

Fotocent möchte nicht im Wettlauf „Wir haben x Millionen Fotos“ mithalten. So bin ich eher daran interessiert, dass jeder Fotograf seine Auswahl trifft, welches Foto für Fotocent geeignet sein könnte. Bei einem FTP-Upload besteht immer die Gefahr, dass von einzelnen Nutzern tausende Fotos hochgeladen werden frei nach dem Motto “ Da sollen die sich mal das beste raussuchen“. So konnte ich es schon in einigen Foren lesen. Ich sehe zum Beispiel auch keinen Sinn darin für den Anfang aus anderen Agenturen mehrere tausend Fotos zu übernehmen, um einen gewissen Anfangsbestand zu haben. Dann wäre es irgendwann so, dass jede Agentur einen sehr ähnlichen Bildbestand anbietet und nur noch der Preis zählt. Fotocent hat daher noch keinen großen Bildbestand, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass man 80 % der Fotos in keiner anderen Agentur findet.

Wie sieht es bei Fotocent mit der Preisgestaltung aus?

Mir ist es wichtig Fotocent möglichst einfach und übersichtlich zu halten. Daher gibt es auch keine verschiedenen Abonnements oder ähnliches. Bei Fotocent werden die Fotos mit Hilfe eines Credit Sytems bezahlt. Ein Credit hat einen Gegenwert von einem Euro. Kauft man mehrere Credits gleichzeitig, bekommt der Kunde als Rabatt eine entsprechende Anzahl von Credits als Zugabe gutgeschrieben. So muss man nicht viel Zeit damit verbringen sich auszurechnen, was denn nun ein Foto kostet. Die Preise der Fotos sind unterschiedlich, da die Fotografen die Möglichkeiten haben, ihre Preise für jedes Foto im vorgegebenen Rahmen selbst zu bestimmen. So kann man im günstigsten Fall ein Foto ab 89 Cent erwerben.

Schlusswort

Mir war es auch wichtig, mit Fotocent eine Plattform zu schaffen, wo im Hintergrund der Fotograf gesehen wird und sich einen Namen machen kann und nicht nur das Foto ohne persönliche Verbindung zum Urheber. Ausserdem versuche ich, Fotocent möglichst nutzerfreundlich zu halten. So bekommt zum Beispiel jeder Fotograf eine kurze Begründung, sollte mal ein Foto abgelehnt werden. Ausserdem kann man fast zu jeder Zeit Fragen über den vorhanden Live-Support-Chat stellen, falls ein Problem auftauchen sollte. Inzwischen wird der Chat auch schon mal genutzt, um einfach mal „guten Morgen“ zu sagen, was dem Ganzen eine persönliche Note verleiht.

Vielen Dank für das ausführliche Interview, ich hoffe Sie wollen Fotocent.de als Fotograf auch einmal ausprobieren. Bei Fragen einfach einen Kommentar hinterlassen!

Kurzprofil: Hier berichte ich seit mehr als 10 Jahren über meine beiden Lieblingsthemen: Fotos und verkaufen! Gestartet habe ich mit einer einfachen Anleitung für Fotoverkäufer. Ich berichte ausserdem über Bildagenturen, Bildagentur-Software, Webshop-Systeme für Fotografen und alles womit Sie Ihre Fotos verkaufen können. Mein Stock Photo Press Verlag betreibt weitere Internetseiten zum Thema Fotos kaufen und Microstock. Seit 2011 veranstalten wir ausserdem die Bildagentur-Messe MicrostockExpo.

2 Comments
  1. Reply
    Helmut Eberle 27. Mai 2010 at 18:20

    Der Link zu diesem Interview wurde von mir an meine Facebook-Pinnwand geheftet und findet allgemein großes Echo!

  2. Reply
    Norbert 3. Juni 2010 at 01:45

    Ein interessanter Beitrag und ein guter Weg von FotoCent.

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