Es geht aufwärts – die Geschichte eines Microstock Fotos in der Bundesregierung

„Es geht wieder aufwärts!“ Ist der Titel eines Plakats des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (bmwi). Zu sehen ist ein Ortsausgangsschild mit der Aufschrift „Aufschwung“ – Sie verlassen gerade die „Krise“.

Was der Jahreswirtschaftsbericht 2011 mit einem Microstock Bild zu tun hat

Als Minister Rainer Brüderle den Jahreswirtschaftsbericht 2011 vor laufenden Fehrsehkameras hochhielt (hier der Videobeitrag der Tagesschau) und dieses Bild dann auch über alle Nachrichtenseiten flatterte (z.B. dem Focus Online) war mir klar, dass es sich bei diesem Motiv nur um ein Microstock Bild handeln konnte.

Nach etwas Recherche war schnell klar, dass das dort abgebildete Foto „Aufschwungf/Krise“ von Matthias Bühner auf Fotolia angeboten wird. Dort hat es dann offensichtlich das Bundesministerium für das Titelbild des Jahreswirtschaftsbericht 2011 gekauft. Gekostet hat das lizenzfreie Bild wahrscheinlich zwischen 19,20€ und 60€, je nachdem welche Lizenz und welches Credit Paket sich die das BMWI „geleistet“ hat.

Microstock Fotos verdrängen Rights Managed Bilder

Jetzt werden wieder alle Fotografen, die Rights Managed verkaufen, aufschreien und darauf verweisen, dass Microstock den Markt kaputt macht und sie das Bild je nach Nutzung für aberhunderte Euro verkaufen hätten können – stimmt aber nicht!

Ich habe Matthias Bühner (Webseite) einmal gefragt wie er dazu kam seine Fotos auf Fotolia anzubieten, er berichtet mir, dass er das als  zweites Standbein zu seinem Hauptberuf mache. Sein Hauptberuf ist das nicht und er hat einfach nur Spass dabei immer mal wieder neue Fotos zu schießen, neue Kompositionen zu machen (wie beim Aufschwung/Krise Bild) und damit in Zukunft den ein oder anderen Euro zu verdienen.  Herr Bühner ist sich sehr bewusst das der Microstock Markt das Leben der hauptberuflichen Fotografen nicht einfacher macht da hier ein sehr starker Kostendruck den Markt beherscht, aber sich ständigen Änderungen der Märkte anzupassen gehört leider auch dazu.

Natürlich war es für ihn Anfangs auch komisch das Bild in den Medien, der Zeitung, in der Hand von Herrn Brüderle und dann auch noch im Hauptbahnhof auf riesigen Plakaten zu sehen (Fotos davon gibt es auf Matthias Bühner Webseite). Stolz machen würde ihn das schon, wer hat denn schon einmal sein Foto so weit verbreitet gesehen!

So kommt ein Microstock Bild in die Bundesregierung

Was mich besonders überrascht hat, ist das Portfolio von Matthias Bühner auf Fotolia –  es enthält nämlich völlig alltägliche Dinge und Perspektiven die so ein professioneller Stock Fotograf NIEMALS! fotografieren würde. Da gibt es Steckdosen, Türklinken, Sicherungskästen, Kabel, leere Flure, Heizungsregler und natürlich die verschiedensten Schilder. Genau das macht Microstock nämlich aus – jeder – wirklich jeder kann Bilder schießen und verkaufen die jemand braucht.

Genau deswegen schreibe ich diesen Bericht, ich möchte all denen die keine Profifotografen sind Mut machen einfach das zu fotografieren was Sie interessiert, was Spass macht und was gebraucht wird. Reich werden kann man damit vielleicht nicht, aber Anerkennung ist für die meisten schon mehr als genug.

Wachstum in der Wirtschaft bedeutet Wachstum auf dem Microstock Markt

Apropos Anerkennung, natürlich ist Matthias Bühner / Fotolia unter jedem Bild beim bmwi vermerkt, sehr vorbildlich. Ich selbst habe sein Bild natürlich auch bei Fotolia gekauft um es hier im Blogbeitrag zu verwenden. Da bleibt mir nur noch zu sagen, der Jahreswirtschaftsbericht 2011 liest sich gut – darin wird von deutlich spürbaren Wachstum der Wirtschaft gesprochen, die Zahl der Beschäftigten soll zunehmen genauso wie das Einkommen. Die Gesamtwirtschaft soll voraussichtlich um 1,6 Prozent zulegen und genau diese braucht unbedingt neue Microstock Fotos! Also was lesen Sie hier noch rum – ran an die Kamera!

Kurzprofil: Hier berichte ich seit mehr als 10 Jahren über meine beiden Lieblingsthemen: Fotos und verkaufen! Gestartet habe ich mit einer einfachen Anleitung für Fotoverkäufer. Ich berichte ausserdem über Bildagenturen, Bildagentur-Software, Webshop-Systeme für Fotografen und alles womit Sie Ihre Fotos verkaufen können. Mein Stock Photo Press Verlag betreibt weitere Internetseiten zum Thema Fotos kaufen und Microstock. Seit 2011 veranstalten wir ausserdem die Bildagentur-Messe MicrostockExpo.

2 Comments
  1. Reply
    Tom Maelsa 11. April 2011 at 11:49

    Das ist ja toll, dass jetzt jeder Hobbyfotograf seine Bilder über Microstocks verkaufen kann um sein Bild in der Hand eines Ministers zu sehen. Sehr gut ist auch der Tipp, dass die Profifotografen jetzt Türklinken, leere Flure etc. fotografieren sollten, um damit noch 10 Cent extra zu verdienen. Als Profifotograf ist man in der Regel Freiberufler und hat ausser der Fotografie noch genug Aufwand mit Bildvermarktung, Buchhaltung, Akquise etc. Als ausgleichende Maßnahme fände ich es hilfreich, die Hauptberufe der in den Microstocks engagierten Hobbyfotografen zu wissen, vielleicht kann wir Berufsfotografen dort auch mal aushelfen für 10 Cent oder 1 Euro die Stunde, das wäre doch gerecht, oder? Mit unkollegialen Grüßen!

    • Reply
      Amos Struck 11. April 2011 at 11:54

      Hallo Herr Maelsa,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich würde einmal sagen das es jedem selbst überlassen ist, wo und für wieviel er seine Fotos verkauft. Als Bezahlung für ein Hobby welches man gerne durchführt, finde ich Microstock doch sehr interessant. An sich kann ich aber auch jedem Fotografen empfehlen, seine Fotos selbst zu vermarkten oder eben RM oder über Macrostock Agenturen zu verkaufen. Ich hatte diese Diskussion bereits mit vielen Fotografen, ich bin einmal gespannt was die anderen Microstock Fotografen dazu zu sagen haben.

      PS: Was halten Sie von Oypo oder Fotograf.de? Das sind beides Systeme die eventuell auf für Ihre Bilder interessant sein könnten.

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