Bericht von der iStockphoto Videolypse “Caper in Berlin”

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- Jim Goertz – Amos Struck – Dittmar Frohmann
Neidisch blickte ich die letzten Jahre immer auf die Stockfotografen die auf die iStockphoto iStockalypsen (Usertreffen) eingeladen wurden. In diesem Jahr hat sich iStock meiner erbarmt und mich zu ihrem Videotreffen, auch Videolypse genannt, nach Berlin eingeladen.
Am 28. Oktober ging es Standesgemäß per Privatjet (Airberlin) nach Tegel. Schön auch das es bei Airberlin noch kostenlose Snacks sowie Bier gratis gibt. Etwas erstaunt über die schnell Abfertigung in Tegel, war ich nach wenigen Minuten schon draußen……
Nach einer Nacht in einem guten Hotel am Alex(anderplatz), konnte ich mich dann zu Fuß zum iStock Büro machen. Dittmar Frohmann (fährt nach eigenen Aussagen einen alten Audi, siehe Videointerview) holte mich in seinem Rolls Royce auf dem Weg ab. Nur wenige Meter weiter landeten wir in einem Berliner-Inn-Hinterhof in Berlin-Mitte-Prenzlauerberg – dort befindet sich das Büro von iStockphoto.
Das iStock-Büro
Ich muss sagen, das Büro hat richtig “Start-Up” Style – iMacs überall, hohe Wände, orangene Netzwerkkabel die von der Decke kommen, Menschen die in verschiedenen Sprachen den iStock-Kunden erklären was Credits sind u.s.w.
Nachdem man sich bekannt gemacht hat, kurz noch einige Geschäftsgeheimnisse von iStock fotografiert hat und sich einen Platz gesucht hatte, ging es los.
Die Geschäftsgeheimnisse
Der Moderator
Die Begrüßung durch Jim Goertz (iStockphoto, Director, Video Content Development) der uns direkt in die Panel Diskussion: Kunst vs. Kommerz – Beyond the Business Handshake – einbezog.
Der “echte” Film Art Director
Während Alwyn Gosford (Getty Images, Film Art Director, London) über echte Gefühle in Stockfootage sowie stimmige Konzepte und wichtige Details sprach, habe ich mir einige Punkte dazu notiert:
Notizen:
- Teile Gefühle in Stock Footage auf
- Die Details der Gefühle sollten herausgearbeitet werden
- Schreibe das Konzept auf
- Beachten das dieses Video “nur” eine Lücke von 6-10 Sekunden füllt
- “Echte” Leute benutzen statt aufgestylter Models
- Benutzte Gegenstände und Alltagsgegenstände einbauen
- Realität ist IN
Es wurden einige Videos und Video-Werbung gezeigt die einen “realitätsnahen” Charakter hat. Primär ging es darum auch ein Scheitern sowie einen “zweiten” Anlauf mit anschließenden Erfolg zu zeigen. Man sollte mit den Probanden mitfühlen, sich in die Situation reinversetzen können. Unperfektionismus statt Stock-Perfektionismus, echte Menschen statt Stock-Models, echtes Licht statt Strahler…. u.s.w.
Der Kunde
Schön war auch das iStock einen echten Kunden eingeladen hatte, die Firma Blitzen erzählte uns wozu sie Stock Videos einsetzt und was noch interessanter ist, warum sie Stock Videos überhaupt kaufen. Unter anderem macht Blitzen die gesamte Videowerbung auf der O2 Arena sowie auch eigene Videoproduktion für Imagefilme.
Notizen:
- Stock Videos (wohl auch wie Stock Fotos) werden von den zuständigen Mitarbeitern vorausgewählt. Der Boss sieht fast nie die “normalen” Suchergebnisse sondern nur den gefilterten Teil den seine Mitarbeiter in Lightboxen zusammengestellt haben.
- Da man von Stock Footage kein “Demobild” herunterladen kann, zum ausprobieren, wird oft die Webauflösung des Videos gekauft und zu Demozwecken eingebaut. Sollte das Video dann gebraucht werden kauft man die HD Version
- Es gibt Kunden die noch höhere Auflösungen in Stock Videos benötigen – oft wird nur ein Teil rauskopiert oder man hat eine große Videoinstallation/Produktion die eine höhere Auflösung erfordert
- Die Kunden kaufen gerne Aufnahmen die einfach zu aufwendig sind selbst zu machen. Zum Beispiel: Fahrten durch die Stadt, Helikopterflug über Stadt XYZ, Strand und Wellen eines Inselparadieses…….
- Kunden können eventuell Stock Footage als Basis für Renderings (3D) nutzen. Dafür werden oft Personen oder freigestellt Körper gebraucht, um deren Bewegungen einfach zu “re-animieren”
- Die gekauften Videos werden zwar gespeichert aber nicht zentral und durchsuchbar abgelegt – eher wird später der Projektleiter dazu gefragt, der das dann meist im Kopf hat
Der Künstler
Videos als Kunst sind ja vielen bekannt! Eventuell kennt man in diesem Zusammenhang auch Lillevan (Medienkünstler aus Berlin). Er zeigte was man mit kurzen sphärischen Videos und Sounds erzeugen kann. Teilweise mit abgefahrenen Techniken wie z.B. Tinte auf Blatt kopieren und dann wieder einscannen um einen Film daraus Frame für Frame zu animieren, erzählte er uns was ihn an Video so fasziniert. Sehr gut hat mir gefallen das er anderen Künstlern das “re-samplen” seiner Arbeit erlaubt, natürlich mit einem Hinweis auf die Quelle. Seine Kunstvideos sind seine Babies, er würde sie nie verkaufen, hat er gesagt. Dabei wäre der ein oder andere Clip für Werbung auf jeden Fall interessant.
Die RED-ONE Kanone
Nach einem lecker indischem Mittagessen wagten wir “uns” an die RED ONE Kamera. Ein Model sowie die Ausrüstung standen bereit. Gespielt wurde, ganz nach Plan, eine Femme fatale nach dem vermeindlichen Mord. Die RED Kamera scheint ein richtig schweres Teil zu sein, aber macht auf jeden Fall tolle Bilder.
Während man für den Fokus einen dritten Arm und für das Ab- und Aufsatteln einen dritten Man braucht. Hat mich dabei beeindruckt wie oft man “Cut” oder “Nochmal” gerufen hat. Es ist wirklich, für mich als Stockfootage Neuling, erstaunlich was für ein Aufwand für wenige Sekunden Video gemacht wird.
Videoshooting mit der RED ONE Kamera:
Die Videodrehs gingen an den nächsten Tagen weiter, leider konnte ich dort nicht mehr anwesend sein. Bei iStockphoto im Facebook Profil findet man einige Fotos zu diesen Shootings.
Fazit zur Videolypse 2010 in Berlin
Erstmal muss ich einen Dank an iStockphoto aussprechen, das Event war wirklich interessant und hat mir einige Fragen zu Stock Footage beantwortet. Wenn sich so einen Bildagentur um seine Fotografen und Videographen kümmert, kann (fast) nichts mehr schiefgehen. Alle Fotografen die solche in Event versäumen, haben es schwerer sich in der nächsten Zeit auf dem Stockfootage und Stockfoto-Markt zu behaupten.
Toll war auch einige der Contributoren besser kennen zu lernen, darunter unter anderem Schroptshop der meistens Industrieanlagen filmt und Cobalt aus Köln. Wenn ich einen vergessen habe, einfach in die Kommentar schreiben.
Ich werde auf jeden Fall mir die Videofunktion meiner Canon 7D noch einmal genauer anschauen. Das scheint wirklich eine Menge Spass zu machen solche Videos zu drehen, auch wenn es Zeitaufwendig ist. Auch wenn “wir” Stockfotografen es nicht wahrhaben wollen, das nächste große Ding ist auf jeden Fall Stock Footage. Also ran an die Kameras und Video shooten was das Zeug hält.
Zum Schluss sollte ich vielleicht noch erwähnen das Dittmar Frohmann wirklich einen alten Audi fährt – @iStock? Wann bekommt dieser talentierte Mann endlich einen Rolls Royce als Firmenwagen?
Bilder der Videolypse 2010 in Berlin
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1 Kommentare
Wirklich schöner Bericht! Es war auch sehr interessant den Mann hinter fotos-verkaufen.de kennen zu lernen…
Als Videoneuling war die Lypse für mich sehr spannend. Mein Respekt vor Videographen ist ins unermessliche gestiegen – es ist wirklich viel mehr Aufwand als Foto. Aber es macht auch sehr viel Spaß und ich denke mit Geduld und Übung werde ich es schon lernen. Und in der community gibt es zum Glück genug hilfsbereite Mitglieder die man fragen kann.